Schäden durch Wasserkraft

Wasserkraftwerke und jeder Staudamm sind schwerwiegende Eingriffe in die Natur:

Weder Fluss noch See

Ein Stau ist weder Fluss noch See und geht als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die auf fließendes Wasser angewiesen sind, verloren.

 

Fische können nicht mehr wandern

Die Aufwärtswanderung der Fische zu ihren Laichplätzen und Kinderstuben wird durch Fischaufstiegsanlagen zwar unterstützt, der Weg stromab führt aber unweigerlich durch die Turbine!

Nähere Infos zu Fischwanderungen

 

Geschiebetransport

Geröll, Sand oder Kies bilden die Grundlagen für Laichplätze zahlreicher Fluss- und Auenbewohner. Rückstaue und Wehre lassen keinen natürlichen Geschiebetransport zu. Dem Fluss geht das natürliche Schottermaterial verloren und Flusslandschaften veröden. Oberhalb des Staudammes wird der Geschiebe-transport gestoppt, der Boden des Staubereiches wird mit lebensfeindlichem, fauligem Schlamm verdichtet. Unterhalb gräbt sich das Flussbett aufgrund des Schottermangels immer tiefer mit Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel ein.

 

Unnatürliche Temperaturänderungen

In Staubereichen erwärmt sich das Oberflächenwasser unnatürlich rasch. Im Gegensatz dazu wird durch Abgabe von kaltem Tiefenwasser stromab des Wehres die Temperatur reduziert. Temperaturänderungen von bereits 1 bis 2 Grad bedeuten das Aus für viele heimische Wassertiere und Fischarten.

 

Bildung von Methangas in Stauräumen

In Stauhaltungen entsteht durch Fäulnisprozesse Methangas, ein 25mal klimaschädlicheres Treibhausgas als CO2. Eine wissenschaftliche Untersuchung an sieben Staustufen der Saar mit einer Staufläche von 1 km² ergab eine jährliche Treibhausgasemission, die etwa 18.000 Flügen Hamburg – München entspricht.

 

Stauraumspülungen

Im Zuge von Kraftwerksspülungen wird die gesamte durch die Staumauer gesammelte Feinsedimentmenge schlagartig frei gesetzt. Unterhalb der Staumauer vernichten diese Schlammmassen alles Leben.

Stauraumspülungen führen unweigerlich zu Fischsterben. Feststoffmanagementkonzepte können helfen. Durch häufigere, aber kleinere Spülungen könnten die Auswirkungen anstelle der seltenen „Katastrophenspülungen“ Auswirkungen verringern könnten. Das geplante Projekt „Christian Doppler Labor“ wird nach praktikablen Lösungen suchen.

 

Schwall und Sunk

3 % der Gewässerstrecken sind von Schall und Sunk betroffen. In über 800 durch Schwallbetrieb belastete Flusskilometer wird das Jungfischaufkommen durch Trockenfallen der Laichplätze, das Stranden und Driften von Jungfischen sowie der Verlust von Benthos (Lebewesen in der Bodenzone) erheblich vermindert.

Die durch Schwall und Sunk künstlich herbeigeführten Hoch- bzw. Niederwasser wechseln sich oft mehrmals täglich ab. Infolge des raschen Steigen und Fallens des Wasserstandes stranden und verenden zahlreiche Wasserlebewesen. Dabei wirkt er nicht nur lokal, sondern über vergleichsweise lange Gewässerstrecken. In HyTech, einer künstlich angelegten Gewässerstrecke, wird mit künstlich herbeigeführten und regulierbaren Schwall-Sunk-Betrieb nach Maßnahmen mit möglichst geringem ökonomischen Aufwand, aber maximalen ökologischen Nutzen gesucht.

 

Restwasser

Es gibt 3.000 Restwasserstrecken, die hauptsächlich auf Ausleitungskraftwerke rückzuführen sind. Nur bei 1/3 der Restwasserstrecken weisen den erforderlichen ökologischen Mindestabfluss auf.

Jeder Tropfen Wasser zählt. Häufig wird das Wasser für die Energiegewinnung ausgeleitet. Zurück bleiben leere Flussbette, eine ökologische Katastrophe für das Ökosystem Wasser.

Foto: Franz Keppel