Fachbeirat

Viele unserer Aufgaben und Zielsetzungen sind untrennbar mit den Fachwissen und Erkenntnissen der Wissenschaft verbunden, sodass ein Vernetzen mit Experten unumgänglich ist.

Um möglichst viele Fachbereiche mit Sachkompetenz abdecken zu können, wird der wissenschaftliche Beirat als Fachbeirat breiter aufgestellt. So stellen wir sicher, dass neben wissenschaftlichen Erkenntnisse auch Experten aus verschiedenen Disziplinen und Berufsfeldern uns unterstützen.

  • Regierungsrat Günther Gratzl, Fischmeister, Bundesamt für Wasserwirtschaft, Abteilung ökologische Station Waldviertel
  • PDoz. Dr.med.vet. Dipl.ECAAH Eva Lewisch, Veterinärmedizinische Universität Wien, Team Fischgesundheit
  • DI Norbert Novak, Kreatives und Ökologie aus einer Hand
  • DI Dr.nat.techn. Günther Unfer, BOKU Wien, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG)
  • Univ.-Prof. Dr. Steven Weiss, Universität Graz Inst. f. Biologie, IUCN Salmonid Specialist Group, IUCN Focal Point Authority for Eurasian Salmonids, NOBIS Austria, Society of Conservation Biology
  • Ing. Siegfried Unz, Raiffeisen Rechenzentrum GmbH,  IT-Einsatz in der Fischerei, Fischfreunde Steiermark
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Regierungsrat Fischmeister Günther GRATZL

Bundesamt für Wasserwirtschaft, Ökologische Station Waldviertel

Obmann FV Waidhofen an der Thaya, Funktionär im Fischerrevierausschuss Korneuburg, Beirat im Nationalpark Thayathal

Ich bin seit rund 40 Jahren leidenschaftlicher Fischer und setze mich für die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer ein. Durch die Vielzahl an negativen Umweltfaktoren wird der bereits gestresste Fischbestand anfällig auf den zunehmenden Fraßdruck durch fischfressende Tiere. Eine gewisse Form der „Bewirtschaftung“ der Gewässer wird daher immer notwendig sein, aber unter Berücksichtigung und vor allem Weiterentwicklung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Fischereigesetze. Die laufende Aus- und Weiterbildung von Gewässerbewirtschaftern wird daher von mir unterstützt. Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt ist mir besonders wichtig. Bei sämtlichen Maßnahmen am Gewässer sollten alle Stakeholder miteinander reden und sich mit Achtung begegnen. Ich setzte mich dafür ein, dass auch zukünftige Generationen die Schönheit der Gewässer und die Freude am Angeln erleben können.

Priv.-Doz. Dr. med.vet. Dipl.ECAAH Eva LEWISCH

Veterinärmedizinische Universität Wien, Klinische Abteilung für Fischgesundheit, Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin

Fachtierärtzin für Fische, EBVS European Specialist in Aquatic Animal Health, Allgemein. beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige

Durch die Arbeit in der Abteilung Fischgesundheit der Vetmeduni Wien, wo ich seit 2012 in Lehre, Forschung und Dienstleistung tätig bin, konnte und kann ich einen umfassenden Einblick in gesundheits- und bestandsrelevante Fragen von Wild- und Besatzfischen erhalten. Ein großes Anliegen ist mir in diesem Zusammenhang der art- und tierschutzgerechte Besatz mit Tieren, die frei von definierten Krankheitserregern sind, welche die vorhandenen Populationen gefährden könnten.

DI Dr.nat.techn. Günther Unfer

BOKU Wien, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG)

Senior Scientist mit Fokus auf nachhaltige Fischereibewirtschaftung und Gewässerschutz, Obmann "Die Bewirtschafter"

Ich bin in Kärnten aufgewachsen und habe, seit ich denken kann, zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter mit meinem Vater vor allem an der Drau gefischt und war bis zur Matura fast täglich am Wasser unterwegs. Als ich mit dem Fischen begonnen habe, waren die Fischbestände an Drau und Möll noch dermaßen hoch, dass man kein schlechtes Gewissen haben musste, wenn man ein paar Äschen mit nach Hause genommen hat. Dass dieser Fischreichtum fast vollkommen erlöschen könnte, war für mich als Jugendlicher in den 1980er Jahren überhaupt nicht vorstellbar. Aber seitdem musste ich quasi als Zeitzeuge miterleben, wie die Fische immer weniger wurden und die Belastungen an unseren Gewässern immer mehr.

Und weil ich wissen wollte, wie es dazu kommen konnte und wie man dieser Entwicklungen entgegenwirken kann, begann ich mein Studium an der Universität für Bodenkultur und setze mich seitdem für intakte Gewässerlandschaften und gesunde Fischbestände ein. Zum Fischen komme ich leider nur noch eingeschränkt, aber ich darf mich dafür beruflich mit Gewässern, Fischen und auch mit der Fischerei beschäftigen. Das ist zum einen sehr erfüllend, zum anderen muss man auch eine dicke Haut haben, weil die Arbeit mit diversen Gewässernutzern – dazu zählen auch die Fischer – oftmals auch frustrierende Erlebnisse und Rückschläge mit sich bringt.

Für mich ist völlig klar, dass die Angelfischerei mittel- und langfristig nur dann einen akzeptierten Platz in der Gesellschaft finden kann, wenn naturschutzfachliche Ansprüche respektiert werden und die Fischerei ethisch akzeptabel ausgeübt wird. Wenn es nicht gelingt, der Allgemeinheit glaubhafte Gründe zu präsentieren, warum Fischen eine vernünftige Freizeitbeschäftigung ist, dann werden die Rufe nach Verboten und Einschränkungen immer lauter werden. Wir müssen glaubhaft vermitteln können, dass Fischer den Fischen respektvoll begegnen, in der Entnahme von Fischen maßvoll sind, nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung betreiben und einen aktiven Beitrag zum Natur- und Biodiversitätsschutz leisten! Dies kann aber nicht argumentiert werden, solange fangfähige Zuchtfische in natürliche Gewässer besetzt werden, nur um sie wieder rauszufangen und die Ausbildung und damit das Wissen der Fischer zu Gewässern und Fischen mangelhaft ist.

Die Entwicklung einer zukunftsfähigen Fischerei, die unsere heimischen Fischarten und deren natürliche Lebensräume bestmöglich unterstützt und einen sorgsamen und respektvollen Umgang mit gefangenen Fischen als selbstverständlich ansieht, ist Motiv und Anlass meines Engagements im Rahmen des ÖKF-Fachbeirats. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass Angelfischerei zukünftig nur dort möglich bleiben wird, wo versucht wird, fischereiliche und ökologische Interessen zu harmonisieren, wo das Naturerlebnis im Vordergrund steht und sorgsam mit Fischen umgegangen wird.

Ing. Siegfried Unz

Raiffeisen Rechenzentrum GmbH, IT-Einsatz in der Fischerei

Fischfreunde Steiermark

Meine Leidenschaft für die Fischerei begann vor über 50 Jahren mit einem prägenden Erlebnis am Wasser. Was einst als Hobby begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu meiner persönlichen Berufung. Vor etwa zehn Jahren verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf die Aquakultur – eine sinnvolle Ergänzung zur Angelfischerei, die mir besonders am Herzen liegt. Nach meiner Ausbildung zum Fischereifacharbeiter im Jahr 2021 befinde ich mich derzeit im Endspurt zur Erlangung des Fischereimeistertitels. Mit dem von mir gegründeten Verein Fischfreunde Steiermark engagiere ich mich für eine nachhaltige, ökologische Teichwirtschaft sowie die Erhaltung und Nachzucht gefährdeter heimischer Fischarten. Ein besonderes Anliegen ist mir dabei auch die Arbeit mit Jugendlichen, die ich mit großem Engagement im Rahmen des Projekts „Angeln wir uns die nächste Generation“ vorantreibe .

Durch meine technische Affinität habe ich mir einen festen Platz in der österreichischen Fischereiszene erarbeitet. Ich halte regelmäßig Fachvorträge und unterstütze Vereine und Verbände umfassend beim Einsatz moderner IT-Lösungen – von der Konzeption bis zur praktischen Umsetzung (Projektbeispiele). Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik in der Aquakultur, etwa in folgenden Bereichen: Sauerstoffüberwachungssysteme, automatisierte Belüftungssteuerungen, Temperatur- und Wasserstandsüberwachung.