HERAUSFORDERUNG ETHIK UND NACHHALTIGKEIT

Ethik und Nachhaltigkeit haben auch in der Welt der Angler eine große Bedeutung, und das ist auch gut so.
Mit der fortschreitenden Urbanisierung scheint vielen Menschen die direkte Erahrung mit und in der Natur verloren gegangen zu sein.
Diesem Wandel des Zeitgeistes (Ethik, Tierschutz, Veganismus ...) bzw. dem Infragestellen der Angelfischerei 
aus ethisch und moralischen Gründen begegnen wir am besten mit Argumenten. 
Und es gibt viele Gründe warum Angenln zeitgemäß, nachhaltig sowie gesellschaftlich und volkswirtschaftlich bedeutsam ist.

Angeln in der Mitte der Gesellschaft – Sozioökologische Aspekte
Olaf LINDER, Deutscher Angelfischer-Verband e.V.

Krankheitsbedingt leider ausgefallen – ein Beitrag dazu ist in „FishLife“ 2/2020 vorgesehen.


Der Beitrag der Angelfischerei zu den UN-Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals)
DI Bernhard FERNER, DI Michael WEISS, Umweltbundesamt

Um nachhaltige Entwicklung konkreter und für alle Menschen greifbar zu machen, haben die Vereinten Nationen 2015 mit der Agenda 2030 die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) beschlossen. Dieser Aktionsplan enthält 17 Ober- und 169 Unterziele für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand. Das Umweltbundesamt arbeitet derzeit an dem LE-geförderten Projekt „Angelfischerei und Nachhaltigkeit“. Ziel ist es, in einem Stakeholderprozess Aspekte einer nachhaltigen Angelfischerei herauszuarbeiten und nachahmenswerte Beispiele zu sammeln. In einem ersten Schritt wurden mögliche Beiträge der Angelfischerei zu den SDGs mit hochrangigen Vertretern der Fischerei diskutiert. Dabei konnten zahlreiche Anknüpfungspunkte zu den SDGs identifiziert werden, wie z. B. nachhaltige Nutzung von Gewässerlebensräumen, Biodiversität, Bildung. Die Projektergebnisse werden in einer Broschüre zusammengefasst und Mitte 2021 präsentiert.

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Ethisch richtiger Umgang mit dem Lebewesen Fisch?
DI Dr. Günther UNFER, BOKU Wien, Inst. für Hydrobiologie u. Gewässermanagement

Den ethisch richtigen Umgang mit dem Lebewesen Fisch beschwört DI Dr. Günther Unfer vom Institut für Hydrobiologie und Gewässerschutz der BOKU Wien. Immer mehr Menschen begegnen der Angelfischerei mit „moralischem Unbehagen“. Zahlreiche neuere wissenschaftliche Studien zum Schmerzempfinden und die kognitiven Fähigkeiten von Fischen und gesammelte Indizien machen es schwierig, Fischen ihre Schmerzempfindlichkeit abzusprechen. Fische können nicht schreien, und so nehmen wir an, sie empfinden nichts. Jeder Angler, der aber einen Fisch im Auge gehakt hat, wird feststellen, dass sich dieser schneller ausdrillen lässt als ein im Maul gehakte. Dem Lebewesen Fisch muss jedenfalls mit Respekt begegnet werden. Einerseits sieht DI Dr. Unfer den eigentlichen Sinn des Fischens darin, sich ein wertvolles Lebensmittel zu besorgen, wobei die Tötung schmerz- und stressfrei erfolgen muss. Aber auch wenn ich nicht jeden Fisch ernten will, muss ich dafür sorgen, dass ich die Fische möglichst nicht verletze. Einen wertvollen Mutterfisch abschlagen, ist seiner Meinung nach aber genauso verwerflich. Für Unfer ist dafür eine gute praktische und theoretische Schulung von Anglern und Bewirtschaftern unverzichtbar.

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