WASSER VERBINDET – und macht Natur erlebbar
EXKURSION IN DIE WELT DES SCHLAMMPEITZERGS
Wasser verbindet Lebensräume, Menschen und Ideen. Genau diesem Leitgedanken folgt unsere diesjährige Exkursion, zu der wir Sie herzlich einladen. Gemeinsam begeben wir uns auf eine Entdeckungsreise in die faszinierende Welt des Schlammpeitzgers – einer besonderen Art, die zeigt, wie wertvoll lebendige Gewässer und intakte Lebensräume für unsere Natur sind.
Freitag, 4. September 2026, um 10.30 Uhr in Hohenau an der March
Freuen Sie sich auf einen Tag des gemeinsamen Erlebens, der Vernetzung und des fachlichen Austauschs – mitten in der faszinierenden Welt des Schlammpeitzgers, einer jener besonderen Arten, die zeigen, wie wichtig lebendige Gewässer für die Natur sind.
Wasser verbindet uns Menschen: Alle sind herzlich willkommen! Eingeladen sind nicht nur ÖKF-Mitglieder, sondern auch deren Begleitung sowie alle weiteren Interessierten, die diesen Newsletter erhalten – von Fischer:innen bis hin zu allen Naturfreund:innen, die sich für Wasser, Gewässerschutz und Artenvielfalt begeistern. Gäste sind ausdrücklich willkommen!
Für die Teilnahme steht bei Bedarf ein Shuttlebus zur Verfügung.
Abfahrt: 08:30 Uhr ÖKF Büro, Wien (kostenlose Parkmöglichkeit vorhanden)
Zustiegsmöglichkeit: 09:00 Uhr Stadionparkplatz, U2-Station Stadion
Rückfahrt: ca. 18:00 Uhr
Gewässer, die Geschichten erzählen. Im Rahmen der Exkursion stellen wir drei besonders spannende Lebensräume vor, die auf unterschiedliche Weise zeigen, wie eng Wasser, Natur und Artenvielfalt miteinander verbunden sind:
-
Grabensystem „Alte Thaya“ – ein eindrucksvolles Beispiel für Natur aus zweiter Hand, die sich in einem vom Menschen geprägten, aber ökologisch wertvollen Lebensraum entwickelt hat.
-
Altwasser „Pommersee“ – ein nahezu ideales Beispiel für ein natürliches Schlammpeitzger-Habitat, in dem die besonderen Ansprüche dieser faszinierenden Art sichtbar werden.
-
Mäanderanbindung an der March – ein wichtiges Projekt und ein Beispiel für die erste Vollmäanderanbindung mit Bewässerung der Aue, das zeigt, wie Flussdynamik und Auenlandschaft wieder miteinander verbunden werden können.
Diese drei Stationen machen auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie vielfältig Gewässerlebensräume sein können – und wie wichtig es ist, sie zu erhalten, zu verstehen und weiterzuentwickeln. Begleitet wird die Exkursion von Dr. Gerhard Käfel, Biologe und ehemaliger Mitarbeiter der Wasserwirtschaftsabteilung des Landes Niederösterreich. In seiner Pension widmet er sich dem Schlammpeitzger, mit dem er sich bereits Anfang der 1990er-Jahre im Rahmen seiner Dissertation beschäftigt hat. Ebenfalls mit dabei ist DI Thomas Zuna-Kratky, Landschaftsökologe und Obmann des Vereins Auring in Hohenau an der March. Gemeinsam geben sie spannende Einblicke in das Leben der Furzgrundel und zeigen, wie eng Wasser, Artenvielfalt und Verantwortung zusammenhängen.
Wir freuen uns darauf, mit Ihnen einen besonderen Lebensraum zu entdecken – denn Wasser verbindet.
Anmeldung bitte bis spätestens 28.08.2026 an:
sonja.behr@oekf.at | 0660 2278100
Die Furzgrundel
FISCH DES JAHRES 2026
Haben Sie den Schlammpeitzger schon kennengelernt? Wissen Sie, wie er aussieht – oder kennen Sie ihn bisher nur dem Namen nach? Genau darin liegt die Stärke der Arten des Jahres: Sie rücken Tiere und Lebensräume ins Licht der Öffentlichkeit, machen bedrohte Arten sichtbar und schaffen Aufmerksamkeit dort, wo sie dringend gebraucht wird. Eine bedrohte Art ist natürlich nicht in einem Jahr gerettet. Doch ein Aktionsjahr kann viel bewegen: Bewusstsein wächst, Unterstützung entsteht, und wichtige Lobbyarbeit wird möglich.
Jedes Jahr werden eine unzählige Reihe von „Jahreswesen“ vorgestellt – Tiere, Pflanzen und weitere Arten, die stellvertretend für die Vielfalt und Schutzbedürftigkeit unserer Natur stehen. Die Liste ist bunt, vielfältig und mitunter unübersichtlich. Doch eines haben alle gemeinsam: Sie erzählen Geschichten, die bleiben. Und genau solche Geschichten braucht es, um Menschen zu erreichen. Steter Tropfen höhlt den Stein – gute Öffentlichkeitsarbeit wirkt dann am stärksten, wenn sie verständlich, lebendig und wieder erkennbar ist.
Haben Sie den Schlammpeitzger schon gehört? Der Europäische Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) ist ein außergewöhnlicher Fisch. Er lebt in seichten, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und ist ein wahrer Überlebenskünstler. Bei Trockenheit oder Frost gräbt er sich in den Schlamm ein und kann dort lange Zeit überdauern. Sogar Luft kann er schlucken und den Sauerstoff über den Darm aufnehmen – eine beeindruckende Anpassung an seinen Lebensraum.
Seinen volkstümlichen Namen „Furzgrundel“ verdankt der Schlammpeitzger einem ganz besonderen Talent: Die geschluckte Luft entweicht mit einem blubbernden, manchmal sogar quietschenden Geräusch. Wer ihn einmal „gehört“ hat, vergisst ihn so schnell nicht.
Mehr zum Schlammpeitzger: Fisch des Jahres 2026 – Der Schlammpeitzger
Bild: blattfisch

