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  • FishLife AWARD 2022

Neun Projekte standen zur Wahl. Die Abstimmung erfolgte mit dem survio® Umfrage-Tool. Pro IP-Adresse konnte nur eine Stimme abgegeben werden. Insgesamt wurden 1.268 Stimmen abgegeben, davon entfielen mit 970 Stimmen 76 % auf das Siegerprojekt.

THE AWARD GOES TO

HEIMKEHR DER NASE IN DIE LEITHA

SFV Bruckneudorf

 

 

 

ÖKF FishLife AWARD 2022

Fischer:innen verbessern den Lebensraum von Fisch und Mensch. Es sind die oft unbemerkten Leistungen, die den heimischen Gewässern und aquatischen Lebewesen am meisten nutzen. Es sind die vielen leidenschaftlichen Fischer:innen, die mit ihrer täglichen Arbeit am und im Wasser Großartiges leisten. Um dies zu würdigen, hat das Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) den FishLife Award ins Leben gerufen.

Nase, Barbe, Nerfling, Streber, Schlammpeitzger oder Huchen … , Fische sind eine Bereicherung für die Artenvielfalt der heimischen Gewässer. Doch um die Fische ist es meist gar nicht gut bestellt. Circa zwei Drittel der rund 60 bekannten Fischarten in unseren Seen und Flüssen finden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Initiativen, wie der „FishLife Award“, sollen dieser Entwicklung entgegentreten.

„Mit der Verleihung des Awards wollen wir stellvertretend einige Fischer:innen vor den Vorhang holen, Danke sagen und zeigen, dass mit auch kleinräumigen lokalen Initiativen Großes erreicht werden kann“, zeigt sich Präsident Helmut Belanyecz motiviert.

 

Das Projekt „Rückkehr der Nasen in die Leitha“

Den Nasenbestand nachhaltig sichern. 10.000 junge Nasen wurden im Revier 3 im Rahmen eines Nasen-Besatzprogrammes in die Freiheit entlassen. Einst als Leitart massenhaft in der Leitha vertreten; sind die Nasenbestände in den letzten Jahren stark gesunken. Seit dem Erstbesatz 2017 werden vom Verein jährlich Tausende von Jungfischen zum Aufbau einer intakten Alterspyramide ausgesetzt.

Die Nase war ursprünglich die mit Abstand häufigste Art in österreichischen Flüssen und früher sowohl für den Menschen als auch für den jetzt gefährdeten Huchen eine beliebte Nahrungsquelle. In der Leitha galt sie gar als Leitfischart. Zivilisatorische Einflüsse wie Flussverbauungen oder Verlandungen beziehungsweise natürliche Feinde drängten die Nase im Lauf der Jahrzehnte immer mehr zurück.

Jahrzehntelang gab es in der Leitha keine Nasen mehr, jetzt sind sie wieder da. Innerhalb von fünf Jahren hat der Sportfischerverein Bruckneudorf mit Unterstützung des Landes insgesamt 50.000 Nasen in der Leitha in die Freiheit entlassen. Eine Rückkehr der besonderen Art. „Die Nase ist ein typischer Leitha-Fisch und es ist uns ein Anliegen, diese Leitha-Fisch-Population wieder zurückzuholen“, zeigt sich Gerhard Brauner vom Fischerverein engagiert. Es ist schon so, dass von den 50.000 ausgesetzten Nasen geschätzt circa zehn Prozent überleben, geschlechtsreif werden und sich dann auch vermehren. Mittlerweile gibt es aber bereits Nasen, die sich von selbst vermehrt haben. Die Wiederansiedlung zeigt somit Wirkung.

Damit auch die Zukunft der Nase gesichert wird, geht die Wiederansiedlung auch heuer weiter. Bereits diesen Monat finden gleich wieder 10.000 Nasen ein neues Zuhause in der Leitha. Das Ziel, an dem seit 2017 gearbeitet wird, ist der Aufbau einer intakten Alterspyramide. Der gestärkte Bestand soll sich damit wieder selbst reproduzieren können. „Wir arbeiten schon seit Jahren an der Rückkehr und dem Erhalt selten gewordener Arten wie Nase, Barbe (Fisch des Jahres 2022, Anm.) oder Nerfling. Jährlich investieren wir mehrere tausend Euro für den Fischbesatz. Gefangene Nasen dürfen nicht entnommen werden, sie sind streng geschont und wieder in den Fluss zurückzusetzen“, erklärt Obmann Erich Bezlanovits.

Nachhaltiger Besatz und Renaturierungen zeigen Wirkung

Bei bereits länger zurückliegenden Untersuchungen in Fischamend und in der Fischa-Dagnitz wurde eine Reduktion der Laichfischschwärme von Tausenden auf wenige Dutzend festgestellt – innerhalb eines Jahrzehnts. Positives Beispiel der vergangenen Jahre ist die Donau in der Wachau, vor sich der Bestand dank großzügiger Revitalisierungsmaßnahmen langsam wieder erholt, nachdem er bereits auf nur 8.000 Stück gesunken war. Ähnliche Erfolge erhoffen sich auch die Verantwortlichen des Sportfischereivereins Bruckneudorf.

Die Fischereivereine sorgen mit ihrem Geld und Einsatz dafür, dass es weiter Fisch in unseren Gewässern gibt. Ohne steten Besatz wäre die Nase in der Leitha, aber auch in vielen anderen Flüsse bereits verschwunden, ist Helmut Belanyecz zufrieden.

 

LR Dr. Leonhard Schneemann, Obmann SFV Bruckneudorf Erich Bezlanovits, Wolfgang Turek, ÖKF GFin Sonja Behr, Obmann SFV Bruckneudorf Erich Bezlanovits, Gerhard Brauner, ÖKF Präsident Helmut Belanyecz

Landesrat und Präsident übergaben den Preis

Am 24. Februar 2022 erfolgte die feierliche Preisübergabe des vom ÖKF gestifteten Preises an den Sportfischerverein Bruckneudorf für das Projekt „Heimkehr der Nase in die Leitha“. Beim anschließenden Mittagessen – natürlich mit heimischem Fisch, erzählte ÖKF-Präsident Belanyecz die einstige Stellung der Nase als Brotfisch der Wiener Berufsfischer und dankte nochmals sehr herzlich den Mitgliedern des SFV Bruckneudorf für dieses großartige Projekt.

Auch LR Dr. Schneemann war voll des Lobes für die burgenländischen Petrijünger.“Es ist schön zu sehen, dass Menschen bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit so viel Großartiges für unsere Gewässer leisten“, würdigt er die burgenländischen Petrijünger.

Die Nasen wieder wie früher zu den Laichgründen aufsteigen zu sehen, das ist für alle Beteiligte das schönste Geschenk.

 

 

Bild/Filmquellen: SFV Bruckneudorf, Bgld. Landesmedienservice, Michael T. Landschau

 

VID-20210319-WA0008
Aktuelles-2018, Allgemein, FishLife AWARD
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